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Zum ersten Mal vergeben ZEIT WISSEN und die Bildungsinitiative »Mut zur Nachhaltigkeit« zwei Preise

Wir brauchen gute Vorbilder

Via DIE ZEIT • Carola Hoffmeister • 28.02.2013

Auf der Konferenz »Mut zur Nachhaltigkeit« am 21. Februar in Hamburg wurde über Smog und Taoismus in China gesprochen, über Ölpipelines in den USA, über Matt Damon und über Europas Verantwortung für die Zukunft. Neben Argumenten wurden auch Visitenkarten und sogar Jacketts ausgetauscht. Doch im Kern ging es darum, Pioniere in Sachen Nachhaltigkeit auszuzeichnen.

»Wir brauchen gute Vorbilder«, sagt Klaus Wiegandt und sieht herausfordernd ins Publikum. Denn genau das ist Nachhaltigkeit in seinen Augen: eine Herausforderung, zu der er so viele Menschen wie möglich anspornen möchte. Darum hat er als einer der drei Träger der Bildungsinitiative »Mut zur Nachhaltigkeit« gemeinsam mit der Zeitschrift ZEIT WISSEN an diesem 21. Februar mehr als 300 Teilnehmer zu einer Konferenz über eben dieses Thema eingeladen. Außerdem haben Klaus Wiegandt und seine Initiative mit ZEIT WISSEN einen gleichnamigen Preis für gute Vorbilder initiiert, der auf dieser Konferenz erstmals vergeben wird. In gleich zwei Kategorien werden Pioniere einer nachhaltigen Entwicklung gekürt: »Wissen« und »Handeln«. Denn, so Wiegandt: »Nur wenige Entscheidungsträger und Multiplikatoren wissen wirklich um unsere zentralen Herausforderungen. Dieses Wissen ist aber eine notwendige Voraussetzung für einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen und Ökosystemen. Darüber hinaus geht es uns auch darum, auf welchen Wegen unsere Gesellschaft nachhaltiger werden kann. Wie sehen konkrete Schritte aus, wie kommen wir vom Wissen zum Handeln?«

Nur wenige Entscheidungsträger und Multiplikatoren wissen wirklich um unsere zentralen Herausforderungen

Klaus Wiegandt

Nach einer steilen Karriere in der Wirtschaft – zuletzt Vorstandssprecher der Metro AG – ging Wiegandt mit 60 Jahren in den Ruhestand, um sich umfassend großen gesellschaftlichen Problemen widmen zu können. »Einer, der vorher mit dafür verantwortlich war, dass ein Joghurt auf dem Weg vom Erzeuger zum Verbraucher durch die ganze Republik gekarrt wurde«, wie es Inka Schneider formuliert. Die Moderatorin führt die Zuhörer durch den Kongresstag. »Doch nach seiner Wirtschaftskarriere ging Klaus Wiegandt nicht auf Kreuzfahrt«, fährt Inka Schneider fort. »Stattdessen wurde er zu einem, der anpackt und nicht nur hinschaut.« Der heute 74-Jährige gründete die Stiftung »Forum für Verantwortung«, die international renommierte Wissenschaftler vernetzt. Durch Seminare für unterschiedliche Zielgruppen unserer Gesellschaft in der Europäischen Akademie Otzenhausen, Projekte und Publikationen informiert die Stiftung über Themen wie den ökologischen Umbau der Wirtschaft, Wege aus der Wachstumsgesellschaft oder die Bedeutung von Biodiversität.

Ich bin heute Ihr grüner Faden durch das Programm

TV-Journalistin Inka Schneider

Denn erst wenn die breite Bevölkerung die Zusammenhänge im Klimawandel wirklich verstehe und vor allem ihr Alltagsverhalten tiefgreifend verändere, könne die menschgemachte Bedrohung der Erde aufgehalten werden, so Wiegandt. Er mahnt: »Wir als Zivilgesellschaft müssen entscheiden, in welcher Welt von morgen wir leben wollen. Dazu bleibt noch ein mögliches Zeitfenster.«

Einen fast zehnstündigen Flug nahm Chinas ranghöchster Klimaschutzberater Jiahua Pan auf sich, um auf dem Kongress über das Thema »Ökologische Zivilgesellschaft für Nachhaltigkeit« zu sprechen. »Mein Deutsch ist so gut wie der CO2-Abbau in meinem Land, beinahe bei null«, warnte er zu Beginn seines Vortrags. Dann zeichnete er – auf Englisch – den Wandel in Mentalität und Handeln seiner Landsleute nach: Über Jahrhunderte hatte die Philosophie des Taoismus, neben Konfuzianismus und Buddhismus eine der drei Lehren des Landes, Chinas Umgang mit der Natur geprägt. »Wir lebten in Harmonie mit der Natur, und wir haben mit ihr zusammen gearbeitet«, so Pan.

Erst mit Beginn der von Europa ausgelösten Industrialisierung sei dieses Gleichgewicht aus dem Takt gekommen. Heute, demonstriert Pan auf einem Chart, hat der CO2-Ausstoß Chinas längst den Europas und der USA überholt – und zeigt weiter steil nach oben. »Kapitalistische Institutionen haben uns unsere Umweltprobleme beschert«, klagt Pan und fordert: »Wir brauchen eine neue Ideologie: einen ökologischen Sozialismus. Vielleicht ist es Zeit für eine ökologische Revolution?« Nachhaltigkeit, aus Jiahua Pans chinesischer Perspektive, ist eine Frage der gesellschaftlichen Ordnung.

Der Blick über den Tellerrand ist Gastgeber Klaus Wiegandt von der Initiative »Mut zur Nachhaltigkeit« wichtig: Über die chinesische Perspektive auf das ThemaNachhaltigkeit referiert Chinas wichtigster Klimaschutzberater Jiahua Pan. Aus Harvard reiste Sheila Jasanoff an, Professorin für Wissenschaft und Technologie.
 

Sheila Jasanoff, Pforzheimer Professorin für Wissenschaft und Technologie an der Harvard-Universität, hebt in ihrem Vortrag einleitend hervor, dass kulturelle Unterschiede zwischen den USA und Europa die Debatte über Nachhaltigkeit prägen. Vor einigen Jahren habe etwa ein Kollege sich empört: Immer sei die Rede davon, wir müssten den CO2- Ausstoß verringern, weil ein Übermaß an Kohlenstoffdioxid dem Ökosystem der Erde zusetze. Als sei unser Planet eine Badewanne, die mit Wasser volllaufe. Warum denn aber alle nur daran dächten, den Wasserhahn zuzudrehen – statt gleich die ganze Badewanne umzubauen? »Sie als Europäer lachen«, bemerkt Jasanoff, »für Amerikaner ist Nachhaltigkeit in erster Linie ein Feld für Ingenieure, und große Hoffnungen liegen daher im Bereich des Geo-Engineering.«

Doch auch wenn der Begriff den meisten Amerikanern etwas »zu europäisch« sei und auch wenn Präsident Barack Obama in seinem zweiten Wahlkampf so auffällig zur Klimadebatte geschwiegen habe, dass seiner aktuellen Amtszeit schon das Label »climate silence« anhafte: In den USA beobachte Jasanoff zurzeit verschiedene Debatten rund um das Thema. Erst vor wenigen Tagen demonstrierten in Washington rund 30.000 Menschen für den Umweltschutz, vor allem gegen den Bau der umstrittenen Keystone-XL-Pipeline, die aus Teersand gewonnenes Öl von Kanada quer durch die Vereinigten Staaten zu den Raffinerien Texas transportieren soll. Der Hollywood- Film »Promised Land« mit Schauspieler Matt Damon in der Hauptrolle, wohl von Juni an auch in den deutschen Kinos, heizt zurzeit in den USA die Diskussion um das sogenannte ‚Fracking‘ an: Wasser, Sand und giftige Chemikalien werden mit Bohrtürmen in tiefliegende Schieferschichten gespült, um darin enthaltenes Gas herauszulösen und abzubauen. »Doch in den USA enden derlei Debatten häufig mit einer einzigen Begründung«, sagt Jasanoff: »wirtschaftlicher Rendite«.

»Zu europäisch«: Wenn es um ökologische und soziale Nachhaltigkeit geht, schauen nicht nur Entwicklungsländer, sondern auch Wachstumsnationen wie China oder die USA nach Europa. »Die weiter entwickelten Staaten sind in der besseren Position, um diese Entwicklung anzustoßen«, brachte Chinas Klimaschutzberater Jiahua Pan die Vorreiterrolle Europas auf den Punkt. »Dass ich gern zu dieser Veranstaltung nach Hamburg gekommen bin, hängt vor allem damit zusammen, dass wir die globalen Probleme nur gemeinsam lösen können.«

Was darf der Mensch? Wofür tragen wir Verantwortung?

Klaus Töpfer

Europa muss diese Rolle ausfüllen, fordert auch Klaus Töpfer in seinem anschließenden Impulsvortrag. »Was das alte Europa kann, ist der Welt zu zeigen, wie eine nachhaltige Entwicklung funktionieren kann.« Töpfer arbeitete unter dem damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl von 1987 an zunächst für die CDU als Umweltminister, von 1994 an dann als Minister für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau. Später wurde er zum Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen ernannt, daraufhin zum stellvertretenden Vorsitzenden im Rat für Nachhaltige Entwicklung, der die Bundesregierung berät. Seit 2009 ist er nun Gründungsdirektor des Institute for Advanced Sustainability Studies in Potsdam. Und damit längst, wie Moderatorin Inka Schneider den nun 74-Jährigen vorstellt, »Mr. Umwelt«.

»Europa hat eine Geschichte der Nachhaltigkeit«, erinnert Klaus Töpfer. Bereits vor mehr als 300 Jahren habe der sächsische Oberberghauptmann Carl von Carlowitz den forstlichen Nachhaltigkeitsbegriff geprägt, indem er forderte: Aus dem Wald dürfe im Jahr nur so viel Holz genommen werden wie im gleichen Zeitraum auch wieder nachwachse. »In der Gegenwart«, so Töpfer, »ist der Mensch längst zu einer quasi-geologischen Kraft geworden.« Er fragt: »Leben wir noch im Holozän, dem Erdzeitalter – oder nicht längst in einem vom Menschen gestalteten Anthropozän?« Umso mehr müssten wir darüber nachdenken: »Was darf der Mensch? Wofür tragen wir Verantwortung?«

Was das alte Europa kann, ist, der Welt zu zeigen, wie eine nachhaltige Entwicklung funktionieren kann.

Klaus Töpfer

Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung zu übernehmen liegt ganz im Eigeninteresse Europas, wie es Moderatorin Inka Schneider veranschaulicht, indem sie auf die Panoramafenster des Konferenzsaales im 23. Stock des Emporio Towers zeigt: »In Peking könnten wir eine solche Sicht nicht genießen. Dort liegt giftiger Smog über der Stadt, der die Menschen krank macht.« In Hamburg ist die Sicht klar an diesem Februartag. Ein Gewusel an Passanten zwischen Schaufenstern und Bürohäusern, Autos und Lieferwagen auf den Straßen, in der Ferne die Elbe mit ihren Containerschiffen, Verladekränen, Fabrikschloten und mittendrin ragt die grüne Kupferturmspitze des Hamburger Rathauses empor. Von dort hat sich Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) auf den Weg zur Konferenz gemacht – auch wenn die Stadt Hamburg »zweifellos nur ein Stecknadelkopf auf dem Globus« sei. Doch auch die Hansestadt steht vor den Herausforderungen der Bevölkerungsentwicklung: In 20 Jahren werden nach den heutigen Prognosen mehr als 1,9 Millionen Menschen hier leben.

»Um das Wachstum so zu gestalten, dass die wirtschaftliche, die soziale und die ökologische Qualität des Lebens in Hamburg weiter steigt«, sagt Scholz, »dafür brauchen wir die Veränderungsbereitschaft, dafür müssen wir die neuen technologischen Entwicklungen nutzen, die wir schon jetzt oder in der Zukunft zur Verfügung haben.« Seine Aufgaben-Liste als Bürgermeister ist lang, für die kommenden Jahre hat er sich vielfältige Ziele gesteckt: die Wende vom Atomstrom hin zu erneuerbaren Energien, den Wohnungsbau, gesetzliche Mindestlöhne, die Reduzierung des Verkehrsaufkommens durch einen Ausbau des städtischen Nahverkehrsnetzes und ein kooperativer Umweltschutz, mit dem die Stadt die Wirtschaft beim Ressourcenschutz und der CO2-Minderung begleiten will. Für seine Initiative »Bildung für nachhaltige Entwicklung« wurde Hamburg bereits dreimal als Stadt der UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung ausgezeichnet. Auch Scholz betont entsprechend die herausragende Rolle der Bildung, um sowohl Politik und Wirtschaft wie auch die Bürger zu nachhaltigem Handeln zu motivieren. »Nachhaltigkeit bleibt so lange ein abstrakter Begriff, bis er mit guten Beispielen konkret und begreifbar gemacht wird. Die Nominierten für die heute zu vergebenden Preise stehen dafür.«

Den abstrakten Begriff Nachhaltigkeit kreisen auf dem Diskussionspanel neben Klaus Töpfer weitere Mr. und Mrs. Umwelt ein: Lenelis Kruse-Graumann, Professorin für Sozial- und Umweltpsychologie an der »Konsumenten können einen größeren Anteil zur Nachhaltigkeit leisten «, fordert etwa Unternehmensberater Jörg Pretzel uns alle auf, »und zwar von der Entstehung bis zum Konsum eines Produktes.« – »Durch das Konzept der Nachhaltigkeit kommt zusammen, was man bislang immer getrennt gesehen hat. Es gibt beispielsweise keine rein wirtschaftliche Nachhaltigkeit«, mahnt Sozial- und Umweltpsychologin Lenelis Kruse-Graumann. »Wir müssen vielmehr die Interaktion zwischen Verhalten und technologischer Innovation in den Blick nehmen.«

Eigentlich ist die Gesellschaft erst dann nachhaltig, wenn sie nicht mehr über Nachhaltigkeit nachdenken muss

Harald Welzer

»Wir sprechen immer darüber, was wir verändern wollen. Aber wir müssen uns auch fragen: Was wollen wir bewahren? Wie halten wir Werte wie Demokratie oder Freiheit hoch und fahren gleichzeitig unseren Produktkonsum runter? Deswegen finde ich diesen Preis heute so gut. Die Preisträger veranschaulichen uns beispielhaft, wie wir Handlungswissen bekommen.« spinnt Harald Welzer die Diskussion fort.

Grünes Engagement mit roten Ampeln und ohne  Wegwerfbecher: Die Leuphana Universität in Lüneburg regt ihre Studierenden zu nachhaltigem Alltagsverhalten an. Dafür wurde Gerd Michelsen, Professor für Umwelt- und Nachhaltigkeitskommunikation, Präsident Sascha Spoun und Ute Stoltenberg, Leiterin des Instituts für integrative Studien (von links nach rechts), stellvertretend der Preis in der Kategorie »Wissen« verliehen. Weitere Informationen: www.leuphana.de
 

Die Ampeln stehen auf Rot, wenn der Sauerstoffgehalt in den Vorlesungssälen der Leuphana Universität im norddeutschen Lüneburg zu schlecht wird. Die Universität bedient sich zu 100 Prozent aus Ökostrom; an den Cafés der Uni wird Kaffee nicht in Wegwerfbechern ausgeschenkt, sondern nur in wiederverwendbaren Bechern. »Was man an der Uni lernt, sollte nicht nur Folgen für die Menschen da draußen haben – sondern auch für einen selbst«, begründet Harald Welzer in seiner Laudatio, warum die Jury den »Mut für Nachhaltigkeit«-Preis in der Kategorie »Wissen« an die Leuphana Universität verleiht. Leicht, erzählt Andreas Sentker, Herausgeber von ZEIT WISSEN, sei die Entscheidung nicht gefallen: Unter mehr als 100 Vorschlägen, die nach einem Aufruf in der Zeitschrift von den Lesern eingingen, diskutierte die Jury mehr als 22 Kandidaten bis ins Detail. Neben der Leuphana Universität wurden schließlich außerdem nominiert: die Climate Media Factory, ein interdisziplinäres Projekt der Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam-Babelsberg und des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, das Klimaforschung mit anschaulichen Bildern kombiniert und für verschiedene Zielgruppen spannend und gleichzeitig informativ aufbereitet. Ebenfalls nominiert wurde Niko Paech, Nachhaltigkeitsforscher und Gastprofessor an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, der nicht nur über die Postwachstumsökonomie spricht und schreibt, sondern sie auch lebt. Etwa mit dem Oldenburger Verschenkmarkt, den Paech gründete und selbst regelmäßig nutzt.

»Wenn man die eigene Infrastruktur ändern muss, geht es ans Eingemachte«, weiß Klaus Wiegandt und betont, wie beispielhaft die drei Nominierten in der Kategorie »Handeln« dies geleistet haben. Jakob Bilabel etwa, der mit seiner Green-Music-Initiative eine Plattform für energieintensive Musikbranche klimaverträglicher werden kann. Oder wie die Initiative Solidarische Landwirtschaft, die Bauernhöfe direkt mit Verbrauchern verkuppelt: Für einen festen monatlichen Betrag bekommen die Verbraucher einen entsprechenden Anteil an den Produkten des Hofes; der Bauer wird so vom Druck befreit, möglichst billig und viel zu produzieren. Oder wie Heini Staudinger, der im entlegenen und armen Österreicher Waldviertel Schuhe herstellen lässt und damit den Menschen vor Ort nicht nur einen Job, sondern auch Stolz gebe. »Nicht jeder gibt sich mit wenig zufrieden, Heini Staudinger tut dies seit über zwei Jahrzehnten«, lobt Unternehmer August Oetker in seiner Laudatio den Preisgewinner, der sich als Geschäftsführer selbst nicht mehr auszahlt als seinen Mitarbeitern. Oetker verleiht Staudinger schließlich nicht nur den Preis – sondern tauscht sein Jackett gegen dessen Jacke, eine sportliche Geste unter Geschäftsmännern. »Verzichten ist ganz leicht«, erklärt Staudinger mit einem Lachen, »man bekommt trotzdem, was man braucht.«

Sie tauschen Jackett gegen Sportjacke wie Fußballspieler ihre Trikots: Der Österreicher Heini Staudinger und Laudator und Jury-Mitglied August Oetker verstehen sich prächtig. Staudinger bekommt den Preis in der Kategorie »Handeln« für seine Schuhmanufaktur im wirtschaftlich schwachen Waldviertel. Das Preisgeld von 10.000 Euro spendet er für Projekte in Afrika und für alleinerziehende Mütter in Österreich. Weitere Informationen: www.gea.at
 

»Wir übergeben zwei Preise an Preisträger, die wissen und die handeln«, lobt Rainer Esser, Geschäftsführer des Zeitverlags, die Gewinner. »Gesellschaftliche Akteure wie unsere heutigen Preisträger machen mir und hoffentlich auch Ihnen allen ‚Mut zur Nachhaltigkeit‘«, sagt auch Gastgeber Klaus Wiegandt. »Sie zeigen, dass die notwendige Kurskorrektur möglich ist. Man kann sie nur nicht delegieren. Sie ist die Aufgabe von uns allen!«

 

Fotos: Phil Dera

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Im Jahr 2011 hat Klaus Wiegandt einen Förderkreis »Nachhaltige Entwicklung« ins Leben gerufen, um die Aktivitäten seiner Stiftung weiter ausbauen zu können. Wiegandt setzt auf eine rasche Erweiterung dieses Kreises: »Insbesondere suche ich aktive wie ehemalige Persönlichkeiten aus der Wirtschaft, die auf diese Weise einen Beitrag zu einem Diskurs über Nachhaltigkeit in unserer Gesellschaft leisten möchten.«

Nachhaltiger Preis, nachhaltiger Kongress

»Wir haben gefragt, ob der Metzger das das Schwein kennt. Wir haben nach Krabben gesucht, die nicht in Marokko waren.«

Mit diesen Worten bittet Andreas Sentker, Herausgeber der Zeitschrift ZEIT WISSEN, die gut 300 Besucher des Kongresses »Mut zur Nachhaltigkeit« ans Mittagsbuffet. Der Kongress soll selbstverständlich nachhaltig sein. Für die Flüge der Kongressteilnehmer werden CO2-Kompensationen gezahlt, das Mittagsbuffet wurde aus Produkten regionaler Anbieter zusammengestellt. Auch der Kongresssaal im 23. Stock des Emporio Towers ist mit einem nachhaltigen Klima- und Energiekonzept ausgestattet.