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Je drei herausragende Personen, Projekte, Initiativen und Unternehmen wurden für den ZEIT WISSEN-Preis Mut zur Nachhaltigkeit 2017 in den Kategorien WISSEN, HANDELN und DURCHSTARTEN ausgewählt.

Kategorie WISSEN


José Luis Roca

Gemeinwohl-Ökonomie

Das alternative Wirtschaftsmodell, entwickelt vom Österreicher Christian Felber, sieht für alle Menschen die gleichen Rechte, Freiheiten und Chancen vor. Der Fokus liegt auf der Mehrung des Gemeinwohls anstatt auf der Mehrung des Kapitals. Die Idee ist, unternehmerischen Erfolg nicht mehr als monetären Gewinn zu messen, sondern als Fortschritt eines Unternehmens zum Gemeinwohl und damit das zu messen, was „wirklich zählt“. Mehr als 2.000 Unternehmen unterstützen das Modell. 350 davon haben bereits eine Gemeinwohl-Bilanz erstellt, darunter zum Beispiel der Outdoor-Ausrüster VAUDE.

www.ecogood.org/de


Oekom Verlag

Der Fachverlag veröffentlicht Bücher, Zeitschriften und Broschüren, die die Themen Ökologie und Nachhaltigkeit aus verschiedenen Perspektiven für verschiedene Zielgruppen aufbereiten: vom populären Sachbuch bis zu Fachmedien der sozial-ökologischen Forschung. Ziel ist es, das Leitbild der Nachhaltigkeit in der Gesellschaft umzusetzen und zu verankern. Verlagsleiter Jacob Radloff engagiert sich seit seiner Jugend publizistisch im Themenfeld Ökologie und Nachhaltigkeit und übernimmt auch in seiner Rolle als Unternehmer Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft.

www.oekom.de


© Carolin Weinkopf

The Changer

The Changer ist Jobbörse und Community von und für Menschen aus den unterschiedlichsten Bereichen und Branchen, die einen „Job mit Sinn“ suchen. Die Börse stellt soziale Unternehmen vor, zeigt, welche Jobs in der Nachhaltigkeitsbranche frei sind und bietet aktuelle Informationen über relevante Events, Förderungen, Wettbewerbe, Weiterbildungen, neue Unternehmen und Projekte. Insbesondere fördert The Changer die Gründung von nachhaltigen Unternehmen durch den Aufbau einer Community von Sozialunternehmerinnen/-unternehmern und Menschen, die gründen möchten.

www.thechanger.org


 

Kategorie HANDELN


Forum Nachhaltiger Kakao

Der Verein hat das Ziel, die Kakaoproduktion und den Handel mit Kakao nachhaltiger zu gestalten. Die Initiative setzt sich aus Akteuren der Kakao- und Schokoladenindustrie, dem Lebensmittelhandel, der Zivilgesellschaft und der Bundesregierung zusammen. Ziel des Forums ist es, die Situation für Kleinbauern in den Anbauländern dauerhaft und wirksam zu verbessern und den Anteil nachhaltig erzeugten Kakaos deutlich zu erhöhen. Die vielfältigen bereits bestehenden Einzelaktivitäten sollen in ihrer Wirksamkeit gestärkt und zu einem ganzheitlichen Ansatz gebündelt und vernetzt werden.

www.kakaoforum.de


© Petra Böttcher-Reif

Handwerk mit Verantwortung

Der vom Steinbildhauer Timothy Vincent initiierte Verein sorgt für nachhaltiges Wirtschaften im Handwerk. Timothy Vincent will mit der Initiative ein besonderes Maß an Qualität und Verantwortung erreichen. Die beteiligten Handwerker arbeiten nicht nur für das Wohlergehen der eigenen Generation, sondern auch für das der zukünftigen. Sie zeigen sich weltoffen und sind doch zugleich in der eigenen Region verwurzelt. Sie kennen die ökonomischen und sozialen Strukturen vor Ort und nutzen regionale Ressourcen. Damit praktizieren sie eine Einheit von Ökologie und Ökonomie.

www.handwerk-mit-verantwortung.de


© Stefano Mori

Anna Heringer

Die Architektin Anna Heringer widmet sich vor allem dem nachhaltigen Bauen in ärmeren Ländern. Bei ihren Pilot-Projekten in Bangladesch wirkt sie mit ästhetisch ansprechenden, energiesparenden und kostengünstigen mehrgeschossigen Bauten der Wohnraumknappheit entgegen, ohne wertvolles Ackerland zu versiegeln. Sie setzt dabei auf den traditionellen Baustoff Lehm, die Beteiligung der ortsansässigen Menschen und den Einsatz lokaler Handwerkserzeugnisse. Ihre einfache Bauweise mit wenigen industriell gefertigten Materialien kann und soll von der Bevölkerung nachgeahmt werden kann.

www.anna-heringer.com

 

Kategorie DURCHSTARTEN


ETEPETETE BIO

In enger Zusammenarbeit mit regionalen Bio-Bauern und mit Hilfe der Konsumenten leistet ETEPETETE seinen Beitrag für eine bewusste und nachhaltige Esskultur. In den Gemüseretter-Boxen landet Gemüse, das allein aufgrund seines Aussehens vernichtet werden würde. Gerade die Vielfalt an Größen und Formen ist ein Zeichen für gesundes Wachstum und somit für Qualität, die eben nicht durch Überzüchtung, Überdüngung oder verfrühte Ernte herabgesetzt wurde. Mit ETEPETETE werden Gemüsebauern unterstützt, die aus Überzeugung ökologische Landwirtschaft betreiben.

www.etepetete-bio.de


© Maja Bahtijarevic

Goldeimer GmbH

Das Social Business konzipiert und betreibt mobile, nachhaltige Sanitärsysteme für Open Air-Veranstaltungen. Mit dem unkonventionellen Ansatz einer ökologischen Kompost-Toilette regt Goldeimer Menschen unweigerlich an, über Nährstoffkreisläufe und Nachhaltigkeit nachzudenken. Goldeimer schließt Stoffkreisläufe und kompostiert die gesammelte Biomasse zu einem fruchtbaren Humussubstrat. Seit 2016 ist zudem das ökologische Goldeimer-Toilettenpapier auf dem Markt. Es dient als papierener Multiplikator und sensibilisiert auch das Publikum außerhalb des Festivalkosmos für nachhaltige Kreisläufe.

www.goldeimer.de


Kiron Open Higher Education

Das Social-StartUp ermöglicht Einwanderern, unbürokratisch ein Studium aufzunehmen und sich weiterzubilden. Über digitale Lehr- und Lernformate, sogenannte MOOCS (Massive Open Online Courses), wird die Möglichkeit eines Hochschulzugangs eröffnet. Nach dem Onlinestudium sollen die Studenten an einer der Partneruniversitäten Kurse belegen und einen anerkannten Abschluss machen. Kiron wird unter anderem vom BMBF gefördert, da hier das Potential gesehen wird, Pilotprojekt für die Ansprache Studieninteressierter aus dem Ausland insgesamt – und damit weit über den Kontext Flüchtlinge hinaus – zu sein.

www.kiron.ngo