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Die Nominierten 2019

Für den ZEIT WISSEN-Preis Mut zur Nachhaltigkeit 2019 haben wir diese herausragende Personen, Projekte, Initiativen und Unternehmen ausgewählt.

 

Kategorie WISSEN


Professor Stefan Rahmstorf

Der Physiker und Klimaforscher Stefan Rahmstorf vermittelt sowohl der breiten Öffentlichkeit als auch politischen Entscheidungsträgern in Büchern, auf Blogs (»Realclimate.org« und »KlimaLounge«) und über Social Media wissenschaftliche Erkenntnisse zum Klimawandel. Er leitet am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung die Abteilung Erdsystemanalyse mit den Schwerpunkten Ozeanografie und Paläoklimatologie. Darüber hinaus teilt Rahmstorf sein Wissen mit einem breiten Publikum, klärt auf und nimmt sich sogar die Zeit, sich sachlich mit abseitigen Thesen von Gegnern der Klimawissenschaft auseinanderzusetzen.

 

https://scilogs.spektrum.de/klimalounge/   www.realclimate.org

 

Tilman Santarius

Der wissenschaftliche Autor und Aktivist beschäftigt sich Klima- und Handelspolitik, nachhaltigem Wirtschaften, globaler Gerechtigkeit und digitaler Transformation. Derzeit lehrt Santarius an der TU Berlin und leitet eine Nachwuchsforschungsgruppe zum Thema Digitalisierung und sozial-ökologische Transformation. In seinem neuesten Buch »Smarte Grüne Welt?« fragt er, was die Digitalisierung für Ökologie und soziale Gerechtigkeit bedeutet und wie sie sich auf Arbeitsplätze, Einkommensverteilung und Ressourcen auswirkt. Tilman Santarius ist es wichtig, Akteure zu neuen Allianzen zusammen zu bringen, wie etwa mit der Konferenz »Bits & Bäume«. Ehrenamtlich ist er im Aufsichtsrat bei Greenpeace Deutschland aktiv.

www.santarius.de

 

© Leibniz-Gymnasium

Leibniz-Gymnasium St. Ingbert

Das saarländische Gymnasium ist seit 1990 Mitglied im UNESCO-Projektschulnetzwerk und seit 2016 Fair-Trade-Schule. Die Schule beteiligt sich am internationalen UNESCO-Projekt »Climate Action Project (CAP)«, das anhand von Klimabildung einen ganzheitlichen BNE-Ansatz verfolgt. Die Schülergenossenschaft »InnoGrün« bietet unter dem Motto »regional, bio, fair« nachhaltige Produkte an. Genauso zeigen beispielsweise die Regenwassernutzungsanlage oder die helligkeits- und bewegungsgesteuerte Lichttechnik, dass diese Schule Vorreiter in Sachen Klimaschutz ist und nach außen ein klares Zeichen für nachhaltiges, klimabewusstes Wirtschaften setzt.

www.leibniz-igb.de

 

Kategorie HANDELN


© ACUD

Bis es mir vom Leibe fällt

Das Atelier »Bis es mir vom Leibe fällt« verwandelt Fast Fashion-Mode in langlebige und kostbare Einzelstücke. Schneiderinnen und Designerinnen reparieren, veredeln und verändern Kleidung und Textilien. Der angeschlossene Verein bietet offene Werkstätten, schulische und außerschulische Bildungsorte sowie Workshops zum Umgang mit Ressourcen, den Bedingungen weltweiter Textilproduktion und der Bewahrung alter Handwerks- und Kulturtechniken. Mit dem Slow Fashion-Ansatz setzt sich das Atelier somit gegen Massenproduktion und schlechte Arbeitsbedingungen in der Textilbranche ein. Ziel ist es, das Konsumverhalten zu verändern.

www.bisesmirvomleibefaellt.com

 

© Stefan Finger

Insect Respect

»Insect Respect« steht für einen neuen Umgang mit Insekten. Die Insektenschutzmittel mit diesem Label stellen sicher, dass für die hergestellten Produkte entsprechend neuer Lebensraum als Kompensation geschaffen wird. Es werden Ausgleichsflächen als Biotope in dem Maße angelegt, in dem Insektenschutzmittel für Innenräume hergestellt werden. »Insect Respect« sensibilisiert die Gesellschaft durch Aktionen, Informationen und Netzwerkarbeit für den Wert und Nutzen von Insekten. Damit hinterfragt Dr. Hans-Dietrich Reckhaus das Geschäftsmodell seines Familienunternehmens radikal und ist ein Vorreiter in seiner Branche.

 

www.insect-respect.org

 

© Daniela Skrzypczak

Familie Recktenwald

Maike und Michael Recktenwald haben sich einer Sammelklage von zehn Familien aus Europa, Kenia und den Fidschi-Inseln angeschlossen. Sie verklagen die Europäische Union, weil diese die bisherigen Klimaziele nicht an aktuelle Entwicklungen anpasst und damit das Grundrecht auf Leben, Gesundheit, Berufsfreiheit und Schutz des Eigentums verletzt wird. Das Ehepaar Recktenwald ist mit seinen Bio-Gastronomiebetrieben auf der Insel Langeoog direkt von den Folgen des Klimawandels betroffen, doch suchen sie die Auseinandersetzung stellvertretend für uns alle. Sie zeigen, dass man auf diese Weise auch als Einzelner ein Zeichen setzen kann.

www.biohotel-strandeck.de   www.seekrug.de

 

Kategorie DURCHSTARTEN


© Gordon Welters

Ackerdemia e.V.

»Für eine Generation, die weiß, was sie isst«, lautet die Vision des Social-Start-ups von Gründer Dr. Christoph Schmitz. Das praxisorientierte Bildungsprogramm GemüseAckerdemie richtet sich an Schulen und Kitas. Bis zu 30 verschiedene Gemüsearten bauen die Kinder und Jugendlichen innerhalb eines Jahres nach ökologischen Kriterien an. Dabei erfahren sie unmittelbar, wo Lebensmittel herkommen und wie diese wachsen. Ziel ist es, eine junge Generation für eine gesunde Ernährung und Nachhaltigkeit zu begeistern. 2018 ackerten über 8.000 Kinder an mehr als 250 Lernorten bundesweit mit Ackerdemia.

 

www.gemueseackerdemie.de

 

© Karin Desmarowitz

Innatura

Innatura vermittelt fabrikneue Sachspenden an gemeinnützige Organisationen, übernimmt die Distribution und schützt dabei die Hersteller- und Handelsunternehmen. Das nützt dem sozialen Sektor, der Umwelt und Unternehmen, da Abfallmengen vermieden und Anstöße gegeben werden, Produktions- und Distributionsprozesse zu optimieren. Seit der Gründung 2013 wurden Sachspenden im Wert von 14,5 Mio. € an über 1.100 soziale Organisationen weiterverteilt und damit rund 1.700 Tonnen Müll vermieden. Dr. Juliane Kronen kämpft zudem für die Veränderung der steuerrechtlichen Rahmenbedingungen, wonach auf den Warenwert von Spenden Umsatzsteuer abgeführt werden muss.

www.innatura.org

 

materialrest24

Die Onlineplattform materialrest24, gegründet vom Dachdecker Simon Schlögl, bietet ein Materialsharing für die Handwerksbranche an. Handwerker benötigen häufig nur kleine Mengen eines bestimmten Baustoffs, können diesen jedoch nur in großen Gebinden erwerben. Übrig gebliebene Bauartikel stehen dann oft lange Zeit ungenutzt in den Lagern. Hier setzt die Idee von materialrest24.de an. Es werden Baumaterialien ver- und gekauft, die bei einem Handwerker übrig geblieben sind und von einem anderen benötigt werden. Schlögl sieht darin einen Beitrag zur Ressourcenschonung in einer Branche, die aktuell einen sehr hohen Verschleiß hat.

 

www.materialrest24.de