Besuchen Sie ZEIT WISSEN auf Facebook English Version
© Benne Ochs
Ressourcenschonung

Alpen abzugeben

Via ZEIT WISSEN • Lisa Hertwig, Hella Kemper, Jakob Wittmann • 18.02.2020

Die Hanseatische Materialverwaltung vermietet Requisiten

Was ist die Idee? Ist ein Film fertig gedreht, landen die Requisiten oft im Müllcontainer. Auch im Theater passiert das manchmal, wenn das Stück zum letzten Mal gespielt wurde. Um diese Schätze zu retten, haben wir einen gemeinnützigen Fundus gegründet. Dort kann man jetzt so merkwürdige Dinge wie ein Alpenpanorama, Schaufensterpuppen, Styroporfelsen oder das Krokodil Hank mieten und manche von ihnen auch kaufen. Den Preis sprechen wir individuell ab, je nachdem, wofür etwas gebraucht wird: für eine Musicalproduktion, ein Schultheater oder als Hochzeitsdekoration – für gemeinnützige Zwecke reduziert sich die Miete. Wir veranstalten auch Feste mit Flohmarkt und Musik, um Leben in das junge Hamburger Kreativquartier Oberhafen zu bringen.

Was waren die größten Hindernisse? Unser gemeinnütziger Fundus ist wohl der erste seiner Art auf der Welt. In der Gründungszeit halfen uns viele Zufälle und Wunder, zu überleben. Auch ohne die Hilfe der Stadt Hamburg hätten wir es nicht geschafft. Jetzt können wir uns knapp selber finanzieren – auf Mindestlohnniveau und im Wollmantel: Die tausend Quadratmeter großen Hallen sind nicht saniert. Im Winter heizen wir nur das Büro. Aber wir haben nie den Glauben daran verloren, dass wir hier etwas Wichtiges schaffen.

Wie geht es weiter? Dass es so etwas wie uns nicht in anderen Großstädten gibt, ist verwunderlich. Mit unserer Erfahrung möchten wir andere motivieren, etwas Ähnliches zu wagen. Jetzt steht erst mal die Katalogisierung unseres Bestandes an.

 

Bild des Benutzers ZNadmin
von
ZNadmin

Die Hanseatische Materialverwaltung betreibt einen gemeinnützigen Fundus für Materialien aus dem Kulturbetrieb. Bühnenbilder, Requisiten und Ähnliches werden nach Filmdrehs, Messen, Events häufig in großen Mengen entsorgt. Mit dem Verleih- und Verkaufskonzept haben z.B. Hochschulen, Schulen oder Kindergärten für kreative Projekte aber auch andere Kreativbetriebe und Kunstprojekte die Möglichkeit günstig Materialien zu beziehen. Das durch Petra Sommer und Jens Gottschau in Hamburg etablierte Konzept und Sharing-Modell Sharing-trägt durch die weitere Nutzbarmachung zur Ressourcenschonung bei und ist vorbildhaft auf andere Regionen skalierbar.