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© Roderick Aichinger
Gegen Einwegplastik

Beim Kaffee fängt es an

Via ZEIT WISSEN • Lisa Hertwig, Hella Kemper, Jakob Wittmann • 18.02.2020

RECUP etabliert ein einheitliches Pfandsystem für Coffee to go

Was ist die Idee? Kaffee aus dem Pappbecher war zu lange selbstverständlich. Dabei lässt sich doch das Prinzip der Pfandflasche problemlos auf Coffee to go übertragen – das war der Start von ReCup: ein Becher aus recycelbarem Kunststoff, bruchsicher, leicht und geschmacksneutral, produziert in einem Familienbetrieb im Allgäu. Wer seinen Kaffee im ReCup trinkt, hinterlegt für den Becher einen Euro Pfand und kann ihn anschließend deutschlandweit an mehr als 4700 Ausgabestellen wieder abgeben. Hole ich mir also einen Cappuccino in Greifswald, nimmt ihn auch der Kiosk in Wuppertal zurück oder seit Kurzem sogar jede Shell-Tankstelle; Ziel ist ein flächendeckendes, einheitliches Pfandsystem. Idealerweise würde der Pfand-Kaffeebecher sogar gesetzlich vorgeschrieben werden, so wie bei Flaschen. Ein simpler Kaffeebecher kann Menschen dazu anregen, ihre Konsumgewohnheiten zu hinterfragen.

Was waren die größten Hindernisse? Das Pfandsystem haben wir innerhalb von nur acht Monaten aufgebaut, nach einer Testphase wuchs das Netzwerk der teilnehmende Cafés extrem schnell. Auch am Material haben wir gearbeitet: Wir haben uns am Ende für den vollständig recycelbaren Kunststoff Polypropylen entschieden – er hält fast tausend Spülmaschinengänge aus.

Wie geht es weiter? Wir wollen unser Pfandnetz nicht allein auf Kaffeebecher beschränken, sondern mit der sogenannten ReBowl das Prinzip auch auf Take-away-Gerichte ausweiten. Denn Pfand funktioniert vor allem im großen Stil.

 

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ZNadmin

RECUP will das Coffee-to-go-Geschäft mit dem flächendeckenden Pfandsystem für Getränke-Mehrwegbecher revolutionieren und Menschen inspirieren, ihre Konsumgewohnheiten zu verändern. Die Becher werden für 1 Euro Pfand geliehen und können bei allen RECUP-Partnern des deutschlandweiten Netzwerks zurückgegeben werden und man erhält das Pfand zurück. Die Vision von RECUP ist es, Deutschland Einwegbecher-frei zu machen. Das 2016 von Fabian Eckert und Florian Pachaly gegründete Unternehmen lebt soziale und unternehmerische Verantwortung aktiv und will zeigen, dass man auch mit nachhaltigen Geschäftsmodellen erfolgreich sein ein.