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Ressourcen

Das neue Holz

Via ZEIT WISSEN • Lisa Hertwig, Hella Kemper, Jakob Wittmann • 18.02.2020

Resysta hat einen Kunststoff aus Reishülsen erfunden

Was ist die Idee? Weltweit wächst die Nachfrage nach Holz so stark, dass wir andere Ressourcen brauchen, um neue Materialien herzustellen. Aus den Hülsen, die bei der Reisernte übrig bleiben, haben wir einen neuen Baustoff entwickelt, der doppelt nachhaltig ist, weil die Reishülsen normalerweise verbrannt werden. Die Hülsen verarbeiten wir zusammen mit Mineralsalzen und Erdöl zu einem Kunststoff, der aussieht wie Holz, sich anfühlt wie Holz, verbaut wird wie Holz und außerdem wasserfest und witterungsbeständig ist. Er lässt sich in 30 verschiedenen Farben streichen und ist extrem lange haltbar – deshalb eignet er sich besonders gut für Hausfassaden oder im Gartenbau. Entscheidend dabei ist, dass das Resysta-Material vollständig recycelbar ist. Seit 2011 vergeben wir weltweit Herstellerlizenzen, sodass Firmen die Reisreste aus ihrer Region verwerten können, ohne lange Transportwege zu haben.

Was waren die größten Hindernisse? In unserem Testlabor nahe München arbeiten wir ständig daran, die Rezeptur des Materials weiter zu verbessern, beispielsweise um es schwerer entflammbar zu machen. Damit es überhaupt recycelt werden kann, muss natürlich erst einmal genügend Resysta-Material im Umlauf sein. Dafür brauchen wir genügend Lizenznehmer.

Wie geht’s weiter? Aus Resysta-Kunststoff lässt sich fast alles herstellen: Biergarten-Garnituren für große Fast-Food-Ketten, Terrassendielen für Hotels und selbst Poollandschaften. Resysta ist außerdem eine ernst zu nehmende Alternative zu Teakoder Balauholz und trägt deshalb auch zum Schutz der Tropenwälder bei.

 

 

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ZNadmin

Der Firmengründer Bernd Duna hat das Material Resysta entwickelt, das unter anderem als Ersatz für tropische Hölzer, z.B. für Terrassendielen, Gartenmöbel oder Fassadenverkleidungen, verwendet wird, da es optisch und haptisch zum Verwechseln ähnlich ist. Die Herstellung von Produkten aus Resysta werden an regional agierende Betriebe lizensiert. Das Material besteht zu einem großen Teil aus Reishülsen, einem Reststoff aus der Lebensmittelindustrie. Für alle Reste, die bei der Herstellung, Bearbeitungen, Installation und Deinstallation von Produkten aus Resysta entstehen, wurde ein eigenes Rücknahmesystem ins Leben gerufen. Das so gesammelte Rezyklat wird wieder zur Herstellung von neuen langlebigen Produkten aus Resysta verwendet.