Besuchen Sie ZEIT WISSEN auf Facebook English Version
© Peter Rigaud
Gernot Würtenberger und Salem El-Mogaddedi fördern fair angebaute Gewürze und Tees

Das schmeckt fair

Via ZEIT WISSEN (Ausgabe 2/2018) • Benjamin Reibert und Hella Kemper • 13.02.2018

Sie kaufen Safran und Freekeh und zahlen anständige Preise

Was ist die Idee?

»Stifte Frieden mit Safran« steht auf der hübschen Papiertüte, in der zwei Gramm feinste Safranfäden verpackt sind, geerntet von einem Frauenkollektiv in Afghanistan. Faden für Faden haben die Frauen aus den lilafarbenen Krokusblüten gezupft und an Gernot Würtenberger und Salem El-Mogaddedi verkauft. Die beiden Gründer von Conflictfood reisen in Krisen-und Konfliktregionen, um Kleinbauern im direkten Handel ihre landestypischen Ernteerzeugnisse abzukaufen. Sie bringen Gewürze und Tees nach Berlin und lassen sie in einer Werkstatt von Menschen mit Behinderung abfüllen und verpacken. »Wir wollen für alle langfristige Perspektiven, indem wir die lokalen Strukturen stärken und Fluchtursachen an ihrer Wurzel bekämpfen«, sagt El-Mogaddedi. Neben Safran aus Afghanistan importiert Conflictfood inzwischen auch Tee aus Myanmar und Freekeh – gerösteten grünen Weizen – aus Palästina.

© Peter Rigaud

Was waren die größten Hindernisse?

»Es ist nicht einfach, in Länder zu reisen, in denen Krieg herrscht oder die von langjährigen Konflikten geprägt sind und deren Infrastruktur zerstört ist«, sagt El-Mogaddedi. Noch schwieriger sei es, in diesen Regionen mit lokalen Bauern und Kollektiven eine direkte Handelsbeziehung aufzubauen. »Korruption ist dort alltäglich.«

Wie geht es weiter?

Der wirtschaftliche Aspekt ist für die beiden Unternehmer genauso wichtig wie der soziale und der nachhaltige: »Es geht darum, den Menschen zu helfen.« Als Nächstes erweitern sie ihr Team– natürlich zu fairen Bedingungen: nicht mit Praktikanten, betonen die Gründer, sondern mit bezahlten Mitarbeitern.

Bild des Benutzers ZNadmin
von
ZNadmin
© Peter Rigaud

Das Social-Start-up betreibt direkten Handel mit Kleinbauern in Konfliktregionen. So verkaufen sie über ihren Onlineshop beispielsweise Safran aus Afghanistan oder Tee aus Myanmar. Ziel ist es, lokale Strukturen zu stärken, Armut und Fluchtursachen zu bekämpfen. Die Gründer Gernot Würtenberger und Salem El-Mogaddedi reisen persönlich in die Länder, bauen nachhaltige Handelsbeziehungen auf und investieren in Bildungsprojekte. Konsumenten erfahren, woher das Produkt stammt, welche politischen und sozialen Bedingungen in der Region herrschen und bekommen ein anderes Bild, fernab vom Krisenimage.