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© Jan Richard Heinicke
Klimawandel

Die Zeit ist reif

Ein Weckruf von Klaus Wiegandt, Stifter und Vorstand der »Stiftung Forum für Verantwortung«.

Die erste umfassende Bilanz der UNO zur Nachhaltigkeit von 2006 zeigte auf, dass alle wesentlichen Entwicklungen auf dem Globus in die falsche Richtung laufen. Zwar konnten insbesondere in den Schwellenländern mindestens 200 Millionen Menschen aus absoluter Armut befreit werden, doch alle anderen Entwicklungen in ökologischen, ökonomischen und sozialen Belangen sind auf einem gegensätzlichen Kurs – mit dramatischer Geschwindigkeit.

Dies wird mittlerweile öffentlich verstärkt wahrgenommen, sowohl in der Zivilgesellschaft als auch in der Wirtschaft. So wäre zuvor wohl die briefliche Aufforderung von Larry Fink, dem Boss des weltgrößten Vermögensverwalters BlackRock, an CEOs führender Unternehmen, statt des Shareholder Value – also die Wünsche der Anteilseigner – den Stakeholder Value, nämlich die Interessen aller am Wirtschaftsprozess Beteiligten, zur Leitlinie ihres Handelns zu machen, undenkbar gewesen.

Doch die Politik sieht keinen weiteren Handlungsbedarf und verweist als Lösung auf das Klimaabkommen von Paris. Dabei ist schon heute erkennbar, dass wir – selbst bei Erfüllung des Vertrags – auf eine Erderwärmung um 3 bis 4 Grad zusteuern.

Dass Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft diese halbherzige Klimaschutzpolitik weiterhin ungestraft überstehen, liegt vor allem an der Unkenntnis breiter Bevölkerungsschichten über die bedrohlichste Folge eines ungebremsten Klimawandels: Eine Erderwärmung um 3 bis 4 Grad führt zu einer Radikalisierung des Wettergeschehens und, in dessen Folge, zu großflächigen Ernteausfällen auf allen Kontinenten. Für weite Teile der Weltbevölkerung bedeutet dies, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit in spätestens 50 Jahren der Kampf um Nahrung und Wasser zum Alltag gehören wird – auch in Europa.

Eine sozialverträgliche Lösung, den Klimawandel noch auf ein erträgliches Maß zu bremsen, ohne die Weltwirtschaft auf den Kopf zu stellen, wäre, den Pariser Vertrag um die beiden klimarelevanten Waldprogramme der UN zu ergänzen: mit dem sofortigen Stopp der Vernichtung der Regenwälder und einer Wiederaufforstung auf 350 Millionen Hektar. Doch dafür fehlt es an den notwendigen Finanzmitteln.

Um die Umsetzung dieser Klimaziele zu forcieren, hat sich eine Allianz aus fünf Stiftungen gebildet. Diese Plattform möchte die Zivilgesellschaft mit einer Kommunikationskampagne über die Bedeutung der Wälder für den Klimaschutz mobilisieren und damit den Druck zum Handeln auf die Politik massiv erhöhen. Derzeit werden Sponsoren für die Kampagne gesucht. Für diesen Weckruf ist die Zeit mehr als reif.

www.forum-fuer-verantwortung.de

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