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© Alexander Gehring
Nachhaltige Bildung

In der Schule ackern

Via ZEIT WISSEN • Andrea Böhnke, Hella Kemper, Anja Leuschner • 12.02.2019

Christoph Schmitz holt mit Ackerdemia das Land in die Stadt

Was ist die Idee?

Immer weniger Menschen wissen, woher unser Essen kommt, ein Drittel der Lebensmittel werden hierzulande weggeworfen. Unser fehlender Bezug zur Natur und zur Landwirtschaft wurde mir umso bewusster, als meine Tochter geboren wurde – immerhin ist mein Vater auch Landwirt. Mit unserem Bildungsprogramm GemüseAckerdemie können Kinder wieder erleben, wie Gemüse wächst und Natur funktioniert. Jede Kita, jeder Schulhof hat eine Fläche, die sich für einen kleinen Garten eignet. Anfangs helfen unsere Teams beim Pflanzen noch mit, danach ackern die Schüler mit den Lehrern allein weiter. Wir begleiten sie das ganze Jahr über mit Unterrichtsmaterialien und -übungen.

Was waren die größten Hindernisse?

Ich habe oft gehört, Lehrer hätten keine Zeit, Schulen kein Geld und auch keinen Platz. Aber wenn Lehrer von etwas überzeugt sind, setzen sie sich dafür mit Freude und Hingabe ein. Die ersten sechs Schulen an Bord zu holen war schwer. Heute sind wir mit 350 Lernorten in allen Bundesländern vertreten, über tausend sollen es werden.

Wie geht es weiter?

Wir wollen die GemüseAckerdemie flächendeckend in Deutschland etablieren. Unsere Vision: die Wertschätzung für Natur und Lebensmittel in der Gesellschaft verankern.

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ZNadmin

»Für eine Generation, die weiß, was sie isst«, lautet die Vision des Social-Start-ups von Gründer Dr. Christoph Schmitz. Das praxisorientierte Bildungsprogramm GemüseAckerdemie richtet sich an Schulen und Kitas. Bis zu 30 verschiedene Gemüsearten bauen die Kinder und Jugendlichen innerhalb eines Jahres nach ökologischen Kriterien an. Dabei erfahren sie unmittelbar, wo Lebensmittel herkommen und wie diese wachsen. Ziel ist es, eine junge Generation für eine gesunde Ernährung und Nachhaltigkeit zu begeistern. 2018 ackerten über 8.000 Kinder an mehr als 250 Lernorten bundesweit mit Ackerdemia.