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© Patrick Slesiona

Schwein gehabt

Der Bauer Peer Sachteleben fährt seine Tiere von Feld zu Feld

Was ist die Idee? Bei uns auf dem Schlehbaumhof in Darum bei Osnabrück haben wir sechs Sauen, 40 Mastschweine und 25 Ferkel. Sie leben in den mobilen Ställen im Familienverbund mit höchstens zehn Schweinen. Das Mobil bietet ihnen Schutz vor Sonne, Regen und Kälte, und die Tiere bestimmen selber, wann sie über eine Rampe ins Freie gehen und suhlen oder lieber im Stall fressen oder schlafen. Einmal im Monat ziehen wir die 15 Quadratmeter großen Mobile mit dem Trecker auf das nächste Feld und nutzen die frei gewordene Fläche für den Anbau von Getreide, danach für den von Grünfutter. Die Folgen dieser Wechselnutzung: niedrige Keimbelastung, wenig Gülle und Mist, höhere Erträge und gesunde und glückliche Schweine mit viel Platz – aufs Jahr gerechnet steht drei Schweinen ein Hektar Land zur Verfügung.

Was waren die größten Hindernisse? Der Prototyp des Schweinemobils hatte Schwachstellen: Wir haben eine Zwischendecke entfernt, weil es im Stall zu warm wurde. Die Körperwärme der Tiere reicht aus, um ein gutes Raumklima zu erzeugen, sogar im Winter. Die Ställe brauchen weder Strom noch Heizung. Größere Schwierigkeiten haben uns das Bau- und das Veterinäramt gemacht. Ein mobiler Stall passt nicht in die bestehenden Vorschriften.

Wie geht es weiter? Vom Sommer an wollen wir selber Wurst machen und Fleisch zuschneiden und im Hofladen verkaufen. Außerdem hoffen wir, dass das Schweinemobil Anerkennung findet und mehr Höfe auf diese tierfreundliche und ökologisch sinnvolle Form der Tierhaltung umstellen.

 

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ZNadmin

Der Osnabrücker Jungbauer Peer Sachteleben hat ein neues Konzept zur Schweinehaltung entwickelt. Die Tiere werden in mobilen Ställen gehalten, die gleichzeitig Schutz und genug Auslauf bieten. Durch die flexibel versetzbaren Ställe können die Tiere regelmäßig auf neue Auslaufflächen versetzt werden, erleben natürliche Wetterreize, Abwechslung und Bewegungsfreiheit. Davon profitieren neben den Tieren auch der Boden sowie die Kulturpflanzen und ermöglichen ein geschlossenes System zur nachhaltigen Bewirtschaftung von Landwirtschaftsbetrieben. Mit dem innovativen Konzept von Sachteleben wird eine art- und umweltgerechte Fleischproduktion möglich.